Museum

Einführung

Das Laténium ist das grösste Archäologiemuseum der Schweiz und richtet sich an alle Altersstufen von 4 bis 104 Jahren. In einen zauberhaften landschaftlichen Rahmen eingefügt und mit einer entschieden modernen Museografie ausgestattet, ist es Preisträger des Museumspreises des Europarats.

Vom Mittelalter bis zur Zeit der Neandertaler werden im Laténium 50000 Jahre Regionalgeschichte präsentiert und in einen weitergefassten Rahmen «zwischen Mittelmeer und Nordsee» eingegliedert.

Der Name des Laténiums leitet sich von der Fundstelle La Tène ab, der Referenzfundort für die keltische Kultur, die sich zwischen 450 und 50 v. Chr. über ganz Europa von Irland bis in die Türkei erstreckte. Aber die Schätze des Museums stammen auch aus älteren (die Jäger und Sammler des Paläolithikums und die «Pfahlbauer» des Neolithikums und der Bronzezeit) sowie jüngeren Zeitabschnitten (die provinzialrömische Kultur und das Mittelalter). Insgesamt sind hier 3000 faszinierende Fundstücke, die das Alltagsleben unserer Vorfahren zeigen, auf einer Fläche von 2200 m2 ausgestellt.

Der Leitgedanke des Laténiums? Wissen vermitteln und zum Träumen anregen!

Geschichte

1952

Die archäologischen Sammlungen, die bis zu diesem Zeitpunkt im Musée d’Art et d’Histoire aufbewahrt wurden, werden von der Stadt dem Staat Neuenburg übergeben. In einem Gebäude im Hof des Palais du Peyrou im Stadtzentrum von Neuenburg wird das kantonale Archäologiemuseum eingerichtet.

Bei den  Ausgrabungen, die in den 1960 er Jahren anlässlich der 2. Juragewässerkorrektion und nachfolgend vor allem im Vorfeld des Baus der Autobahn A5 wurden Unmengen von Funden geborgen. Die zu kleinen und veralteten Räumlichkeiten des Museums können die neuen Entdeckungen nicht aufnehmen.

26. Juni 1979

Ein Vorstoss wird im Neuenburger Parlament für die Schaffung eines neuen Archäologiemuseums  eingereicht (Motion Rémy Scheurer und Pierre Duckert).

Oktober 1986

Ein internationaler Architektenwettbewerb wird ausgeschrieben: 47 Entwürfe werden vorgelegt.  Preisträger ist ein Genfer Architektenbüro mit fünf jungen Architekten.

24. Oktober 1995

Der Grosse Rat bewilligt 26,6 Millionen Franken für den Bau des neuen kantonalen Archäologiemuseums in Hauterive.

6. Juni 1996

Bei einer Volksabstimmung sprechen sich die Bürger von Neuenburg mit 66,2% für den Bau eines neuen Archäologiemuseums aus.

1. Oktober 1998

Beginn der Bauarbeiten im Bereich des Fundstellenareals Champréveyres an der Grenze zwischen der Gemeinde Hauterive und der Stadt Neuenburg.

7. September 2001

Offizielle Einweihung des Museums in Anwesenheit von Bundesrätin Ruth Dreifuss.

Vier anerkannte Persönlichkeiten übernehmen die Schirmherrschaft: Yves Coppens, Professor für Paläontologe und Prähistorische Archäologie am Collège de France in Paris, René Felber, ehemaliger Bundespräsident der Schweiz, Claude Nicollier, NASA-Astronaut, sowie der Meereskundler Jacques Picard.

Seit seiner Eröffnung wurde das Laténium bereits von mehr als 500‘000 Personen besucht und erhielt mehrere offizielle Auszeichnungen. 2003 war das Laténium Preisträger des Museumspreises des Europarates und 2011 fand dort die von der UNESCO organisierte Feier zur Verleihung des Welterbezertifikats an die Pfahlbauten um die Alpen (Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Slowenien und Schweiz) statt. Das Laténium hat ausserdem die Initiative für die Gründung eines internationalen Netzwerkes von Museen zu keltischen Fundstätten ergriffen, über eine Partnerschaft mit den Museen von Bibracte und Manching (München), in die kürzlich auch die Fundortmuseen Ullastret (Barcelona) und Lattes (Montpellier) mit einbezogen wurden.

Das Museumsgebäude

Bauherr :

Bauherr :

Republik und Kanton Neuenburg.

Ausführung :

Laurent Chenu, Bruce Dunning, Pierre Jéquier, Pieter Versteegh.

Bauaufsicht :

Laurent Chenu und Philippe Vasserot.

In dem Gebäude sind das Museum, die Kantonsarchäologie und der Lehrstuhl für Prähistorische Archäologie untergebracht. Der Zusammenschluss dieser drei sich ergänzenden Einheiten unter einem Dach vereinfacht die aktive Zusammenarbeit zwischen den Ausgrabungen und den Labors, zwischen Forschung, Lehre und Vermittlung der Archäologie an die Öffentlichkeit.

Der Betonbau wurde aussen mit unbehandeltem Holz (Douglastanne) verkleidet. Seine Heizungsanlage mit kombinierten, natürlichen und fossilen Energieträgern (Hackschnitzel und Heizöl) ist besonders wirtschaftlich: mit dem Label Minergie, den das Laténium 2004 erhielt, wurde zum ersten Mal ein Museum ausgezeichnet.

 

Einige Zahlen :

Länge des Gebäudes

117 m.

Gesamtfläche

6’600 m2 (davon 2467 m2 Ausstellungsfläche und 553 m2 Lagerfläche für die Sammlungen).

Grundfläche des Parks

2,5 ha.

Gesamtkosten

31 Mio. Franken

Die Eidgenossenschaft unterstützte die Anlage des Parks, den Schutzraum für Kulturgüter und die Infrastrukturen der Universität; 4,5 Mio. Franken stammen aus Privatspenden an die Stiftung La Tène und konnten in die Museografie der Dauerausstellung investiert werden.

Kunstinstallationen

Artefact

Anlässlich der Eröffnung des Museums wurde ein Wettbewerb für Kunstinstallation ausgeschrieben, den Yves Tauvel & Charles-François Duplain mit dem Kunstwerk « Artefact » gewannen: 75’000 nummerierte Bronzekiesel, die dem Kalkschotter auf den Wegen des Parks des Laténiums ähneln. Von 2001 bis 2011 wurden diese « Artefakte » regelmässig in kleinen Mengen im Park des Museums « ausgesät », um die Besucher dazu anzuregen, selbst die Erfahrung einer archäologischen Suche und Entdeckung zu machen.

 

Artefact 2

Im Jahr 2011 fand eine neue Kunstinstallation statt: « Artefact 2 ». Dieses Kunstwerk in Form einer Radscheibe erinnert an einen Detektor zum Aufspüren von Metall im Sediment. Es wurde gleichzeitig auch auf dem Museumsgelände in Bibracte und in Manching installiert: die Radspeichen weisen in die Richtung der drei Institutionen, die anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Laténiums eine Partnerschaft eingegangen sind.

Die Sammlungen

Regionale Archäologie

In der Dauerausstellung des Laténiums werden 3000 Fundobjekte präsentiert, aber im Fundarchiv sind etwa 500‘000 weitere Fundstücke gelagert, die derzeit inventarisiert und untersucht werden. Die Hauptsammlungen werden in dem für Forscher und Studenten zugänglichen Fundarchiv konditioniert. Dort werden Tausende von Fundobjekten in Glasschränken gelagert. Dieses Fundarchiv, das sich noch im Aufbau befindet, wird regelmässig für Besucher geöffnet, zum Beispiel bei Tagen der Offenen Tür oder besonderen Events.

Sammlungen aus dem Ausland

Das Laténium beherbergt eine Reihe von Altsammlungen, die bei Ausgrabungen im Ausland hauptsächlich im 19. Jh. zusammengestellt wurden und bei denen es sich um Schenkungen von hochgestellten Neuenburger Persönlichkeiten handelt, insbesondere die Sammlungen Clément (Griechenland, Italien), Schneider (antike Gläser aus Palästina), Clerc (Russland), Berthoud (Italien), Russ-Suchard (Tunesien). Dazu kommt eine grosse Anzahl von Einzelfunden, die im Lauf der Jahrzehnte von Privatpersonen gestiftet wurden. Unter diesen Sammlungen ist diejenige des Oberst de Bosset von besonderem forschungsgeschichtlichem Interesse. Der Neuenburger de Bosset, Gouverneur der Insel Kefalonia, vermachte dem Museum Neuenburg die Funde seiner archäologischen Forschungen – insbesondere das älteste bekannte Ensemble von mykenischen Stücken, das mehr als 50 Jahre vor den berühmten Ausgrabungen Heinrich Schliemanns in Mykene zusammengetragen wurde.

Das Labor für Konservierung-Restaurierung

Einführung

Das Laténium ist mit einem Fachlabor ausgerüstet, dem die Aufgabe zukommt, die langfristige Konservierung unseres archäologischen Fundgutes zu sichern. Dieses Labor umfasst vier Fachgruppen, die über moderne und hochspezialisierte Geräte verfügen, um organisches Material, Metall, Keramik, sowie Stein und Glas zu behandeln. Die Mitarbeiter nehmen regelmässig an Fachkongressen teil, die ihnen die Gelegenheit geben, ihre Erfahrungen mit neuen chemischen oder physikalischen Behandlungsverfahren mit anderen Spezialisten auszutauschen.

Aufgaben

Die Hauptaufgabe des Labors für Konservierung-Restaurierung besteht darin, Behandlungen und Verfahren zur präventiven Konservierung anzuwenden. Sobald die bei Grabungen geborgenen Fundgegenstände im Labor eintreffen, geht es darum, die Materialien langfristig zu stabilisieren. Für die Konservierung müssen die Konservatoren-Restauratoren auch optimale Umgebungsbedingungen gewährleisten, sowohl in den Ausstellungsräumen als auch im Fundarchiv des Museums. Zu den Aufgaben der Konservatoren-Restauratoren gehören auch die Restaurierung von beschädigten Einzelstücken, das Anfertigen von originalgetreuen Kopien, sowie Rekonstruktionen von besonders fragilen Stücken für Ausstellungen oder für museumspädagogische Zwecke.

Wissenschaftliche Projekte

Das Labor für Konservierung-Restaurierung des Laténiums arbeitet an verschiedenen wissenschaftlichen Projekten mit, sowohl im Bereich der grundlegenden Forschung in der Konservierung-Restaurierung als auch der angewandten Forschung (Entwicklung von vermarktungsfähigen Produkten). Diese Forschungen finden im Rahmen von Zusammenarbeit mit den Forschungsinstituten der Universitäten oder Hochschulen, ebenso wie mit anderen Museen statt.

In dieser Hinsicht arbeitet das Laténium eng mit dem Schweizer Studiengang in Konservierung-Restaurierung an der Hochschule ARC Neuchâtel zusammen.

In Bezug auf Anfragen, die sich aus den Gemeinschaftsprojekten des Museums ergeben, führt das Labor in Einzelfällen auch Drittaufträge in der Konservierung-Restaurierung auf seinen Spezialgebieten aus.

Unsere Partner

Das Laténium hat 2011 eine Partnerschaft mit archäologischen Museen begründet, im Hinblick auf eine gemeinsame Erforschung der keltischen Kultur. Dieses europaweite Netzwerk vereint moderne, stark in die wissenschaftliche Forschung eingebundene Institutionen, die ausschlaggebende Fundorte der Latènezeit zur Geltung bringen.

Bibracte

In BIBRACTE, bearbeiten das Museum der keltischen Zivilisation (Musée de la civilisation celtique) und das mit ihm verbundene Europäische Forschungszentrum (Centre de recherches européen) die Funde und Befunde, die durch internationale Grabungsteams im Oppidum der Häduer gemacht wurden. An diesem Ort wurde nicht nur Vercingetorix zum Anführer der Koalition der gallischen Stämme ernannt, sondern Julius Cäsar brachte hier auch sein Werk « Der Gallische Krieg » zum Abschluss.

Manching

Das Kelten-Römer Museum in MANCHING, das an die Archäologische Staatssammlung München angeschlossen ist, präsentiert die Funde der Forschungen im Oppidum Manching, die seit mehr als einem Jahrhundert andauern. Es handelt sich um eine der grössten keltischen Siedlungen Europas und mit Sicherheit um die wissenschaftlich am besten dokumentierte.

Ullastret

Das Museum von Puig Sant Andreu, das an das Archäologische Museum von Barcelona angeschlossen ist, ist der Fundstelle ULLASTRET gewidmet, die bislang grösste bekannte iberische Siedlung in Katalonien, und zeigt die Kontakte auf, die der Stamm der Indiketes unter dem Einfluss der griechischen und punischen Kultur mit der keltischen Welt knüpfte.

Lattara

Das Museum LATTARA in Lattes, einem Vorort von Montpellier, ist das Fundstellenmuseum des gallischen Hafens, der im Rahmen von anspruchsvollen wissenschaftlichen Kooperationen auf vorbildliche Weise ausgegraben wurde. Hier wird das Zusammenwirken der lokalen keltischen Bevölkerungsgruppen mit den Etruskern, den Griechen, den Iberern und den Römern über einen längeren Zeitraum hinweg aufzeigt.

Unsere Förderer

Einführung

Ein lebendiges Museum braucht die Unterstützung derjenigen, an die es sich wendet. Das Laténium ist eine öffentliche Institution, die hauptsächlich vom Kanton Neuenburg finanziert wird. Aber das Laténium ist auch auf die Unterstützung von Sponsoren und Einzelpersonen angewiesen, um seine Aktivitäten umzusetzen. Diese Unterstützung, ob ideeller oder finanzieller Art, ist sehr wichtig für uns! Sie können uns mit einer Spende an die Stiftung La Tène helfen, die die Entwicklung des Laténiums vorantreibt, fördert und unterstützt.
Wenn Sie lebenslang freien Eintritt ins Laténium geniessen möchten, können Sie einen Gold- oder Silber-«Laténium» erwerben.

Und schliesslich können Sie auch ArchéoNE beitreten, dem Verein der Freunde des Museums, der mehr als 700 Mitglieder zählt, die regelmässig zu Vorträgen, Exkursionen, Führungen durch die Wechselausstellungen, sowie zu Vernissagen und «Events» eingeladen werden.

Stiftung La Tène

Die Stiftung La Tène wurde am 19. Mai 1994 gegründet. Es handelt sich um eine privatrechtliche Einrichtung der Republik und des Kantons Neuenburg; ihr Präsident und die Mitglieder des Stiftungsrates werden vom Neuenburger Staatsrat ernannt.

Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung und die Aktivitäten des Laténiums voranzutreiben, zu fördern und zu unterstützen, indem sie sich insbesondere, im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden Mittel, an den Betriebskosten beteiligt und allgemeiner zur Erweiterung und Verbreitung der archäologischen Kenntnisse im Kanton Neuenburg beiträgt.

www.fondation-la-tene.ch

ArchéoNE

ArchéoNE das ist… der Verein der Freunde des Laténiums und der Neuenburger Archäologie, in dem sich Liebhaber der Vorgeschichtswissenschaften, Wissenschaftler und Freunde des Laténiums zur Auseinandersetzung mit vielfältigen Themen aus der Archäologie zusammenfinden. Von der Vorgeschichte bis in die Moderne gibt ArchéoNE seinen Mitgliedern die Möglichkeit, die Epochen/Zeitalter zu durchstreifen, um die Entwicklung des Menschen besser zu verstehen.

Mit seinen Aktivitäten möchte der Verein das Interesse des Publikums an der Archäologie im Allgemeinen und der Neuenburger Archäologie im Besonderen fördern. Der Verein unterstützt auch das Laténium, trägt zu seiner Bekanntmachung bei und fördert das reichhaltige archäologische Kulturerbe des Kantons Neuenburg, indem er zu seiner Erhaltung und Inwertsetzung beiträgt.

Treten Sie dem Verein bei und …

– besuchen Sie den Jahreszyklus von zwölf Vorträgen, die von anerkannten Forschern zu spannenden Themen zur Archäologie unserer Region, aber auch Europas, Afrikas, Asiens, Amerikas oder Ozeaniens gehalten werden

– sichern Sie sich freien Eintritt in das Laténium und seinen Ausstellungen

– nehmen Sie an Exkursionen und Studienreisen zur Archäologie teil, die von Spezialisten geführt werden

– erhalten Sie Informationen zur Aktualität des Laténiums, sowie persönliche Einladungen zu den Ausstellungsvernissagen

– tragen Sie zur Belebung der Events im Laténium bei

– profitieren Sie von Preissermässigungen auf die Bücherreihe «Archéologie neuchâteloise»

Als Willkommensgeschenk erhält jedes Neumitglied ein Ausstellungsplakat.

ArchéoNE

 

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