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“Des choses”, 28. Mai 2021 – 9. Januar 2022

In der Ausstellung «Des choses» werden dem Publikum fremd anmutende, ja sogar verstörende archäologische Objekte präsentiert, die in ihrer Einzigartigkeit oft in den Bereich des Anekdotischen verwiesen werden: eine kleine Menge weissen Sandes, die von einer Reise mitgebracht und in einer bronzezeitlichen Siedlung im Schweizer Mittelland gefunden wurde; ein Eibenstock, den ein Kind vor 5000 Jahren ungeschickt zu einem Bogen zum Spielen geschnitzt hatte; eine Sammlung fossiler Seeigel, die vor 3000 Jahren gesammelt wurden und deren Formen in der Bronzezeit als Vorlage zur Verzierung von Spinnwirteln aus Ton verwendet wurden…

Diese «Sonderfälle» bringen uns zurück zur Banalität des täglichen Lebens unserer Vorfahren, zu ihrer Intimität, sogar zu ihrem mentalen Universum, das normalerweise durch das Studium der materiellen Überreste nur schwer definierbar ist. Ihr evokatives Potential zwingt die Archäologen, sich ihnen durch noch wenig genutzte analytische Raster wie dem Emotionalen, den Sensiblen, dem Poetischen usw. zu nähern, was ihnen einen besonderen erzählerischen Wert verleiht. Diese ungewöhnliche materielle Kultur führt die Archäologen somit an die Grenzen ihres eigenen wissenschaftlichen Ansatzes.

Zwischen Kunst und Wissenschaft, dank der Interventionen eines Szenographen, eines Schriftstellers, eines Videokünstlers und eines Musikers, hat diese Ausstellung ein klares Ziel: über die erzählerische Kraft archäologischer Objekte zu berichten.

Die Ausstellung wird vom Szenographen Adrien Moretti inszeniert und vom Team des Laténiums aufgebaut, zu dem Archäologen, Kuratoren-Restauratoren und spezialisierte Techniker gehören.

Neben der Ausstellung werden Führungen und kreative Workshops für Erwachsene und Kinder angeboten.

Das Kulturprogramm wird an die Entwicklung der Gesundheitssituation angepasst und schrittweise auf die Agenda des Laténiums gesetzt.

Für mehr Informationen

“Des choses. Une archéologie des cas à part”, herausgegeben von Géraldine Delley, 448 Seiten, Laténium éd., Hauterive, 2021.

Als die Wissenschaft des Sammelns schlechthin hat die Archäologie einen Großteil ihres Wissens auf dem Vergleich und der Konstitution von Artefaktreihen aufgebaut. Diese beiden Dimensionen stehen auch heute noch im Mittelpunkt der Praxis der Disziplin. Doch was macht man mit singulären und ungewöhnlichen Objekten, die nur für sich selbst wertvoll sind? Die 51 Beiträge von Archäologen und Historikern, die in diesem Buch versammelt sind, bieten originelle Lesarten solcher Einzelfälle. Ausgehend von den Objekten selbst und über ein sehr langes chronologisches Spektrum – vom Paläolithikum bis zur Gegenwart – stellen diese originellen und anregenden Einblicke die dominanten Rahmen der Disziplin in Frage und unterstreichen das erzählerische Potential archäologischer Objekte.

Der Katalog ist zum Preis von CHF 25 erhältlich (erhältlich im Laténium oder zu unserem Online-Shop)

Pressespiegel

Laténium, Noé Cotter

12h30 – RTS – “Des choses”, la nouvelle exposition du musée archéologique du Laténium à Neuchâtel

Arcinfo – La nouvelle exposition du Laténium fait travailler l’imaginaire

RTN – “Des choses”, la nouvelle exposition insolite du Laténium

Le journal – Canal Alpha – Le Laténium a plein de choses à vous montrer

Swissinfo.ch – Le Laténium évoque le pouvoir narratif des objets archéologiques

La Liberté – Le Laténium évoque le pouvoir narratif des objets archéologiques

Le Temps – Des objets insolites et déroutants pour redécouvrir l’archéologie

Écho Magazine – Quand les bizarreries du passé racontent l’humain

Bilan – Le Laténium de Hauterive présente “Des objets” de fouille pour raconter des histoires